Die Herausforderungen und Chancen von Biokunststoff

Plastikabfall - Biokunststoff

Warum Biokunststoff noch hinter den Erwartungen zurückbleibt -

Bio­kunst­stoff: In den letz­ten Jah­ren hat sich das Bewusst­sein für Umwelt­pro­ble­me und die Not­wen­dig­keit, nach­hal­ti­ge Lösun­gen zu fin­den, stark erhöht. Ein Bereich, der beson­ders kri­tisch betrach­tet wird, ist die Ver­wen­dung von Kunst­stof­fen und deren Aus­wir­kun­gen auf die Umwelt. Bio­kunst­stof­fe wer­den als eine mög­li­che Alter­na­ti­ve zu her­kömm­li­chen Kunst­stof­fen betrach­tet, da sie aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen her­ge­stellt wer­den und bio­lo­gisch abbau­bar sind.

Bio­kunst­stof­fe ste­hen bereits zur Ver­fü­gung und wer­den in eini­gen Berei­chen ein­ge­setzt, aber ihr Ein­satz ist im Ver­gleich zu her­kömm­li­chen Kunst­stof­fen noch begrenzt. Es gibt meh­re­re Grün­de, war­um Bio­kunst­stoff nur wenig ein­ge­setzt wird:

Honig
Honig­glas — frü­her Glas, heu­te ölba­sie­ren­des Plas­tik. Ein deut­li­cher Rück­schritt.
  1. Kos­ten: Bio­kunst­stof­fe sind oft teu­rer in der Her­stel­lung als her­kömm­li­che Kunst­stof­fe, was sie für vie­le Unter­neh­men weni­ger attrak­tiv macht. Die höhe­ren Pro­duk­ti­ons­kos­ten kön­nen sich auf den End­preis aus­wir­ken und die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Pro­duk­te beein­träch­ti­gen.
  2. Ver­füg­bar­keit von Roh­stof­fen: Die Ver­füg­bar­keit von nach­wach­sen­den Roh­stof­fen für die Her­stel­lung von Bio­kunst­stof­fen kann je nach Regi­on und Sai­son vari­ie­ren. Dies kann zu Schwan­kun­gen bei der Ver­sor­gung mit Roh­stof­fen füh­ren und die Pro­duk­ti­on von Bio­kunst­stof­fen erschwe­ren.
  3. Eigen­schaf­ten: Eini­ge Bio­kunst­stof­fe haben mög­li­cher­wei­se nicht die glei­chen tech­ni­schen Eigen­schaf­ten wie her­kömm­li­che Kunst­stof­fe, was ihre Anwen­dung in bestimm­ten Anwen­dun­gen ein­schrän­ken kann.
  4. Infra­struk­tur: Die bestehen­de Infra­struk­tur für die Her­stel­lung, Ver­ar­bei­tung und Ent­sor­gung von Kunst­stof­fen ist haupt­säch­lich auf her­kömm­li­che Kunst­stof­fe aus­ge­rich­tet. Die Umstel­lung auf Bio­kunst­stof­fe erfor­dert mög­li­cher­wei­se Inves­ti­tio­nen in neue Anla­gen und Tech­no­lo­gien.
  5. Ver­brau­cher­ak­zep­tanz: Die Ver­brau­cher sind mög­li­cher­wei­se nicht aus­rei­chend über Bio­kunst­stof­fe infor­miert oder haben Vor­ur­tei­le gegen­über die­sen Mate­ria­li­en, was ihre Akzep­tanz und Nach­fra­ge beein­träch­ti­gen kann.

Die Ver­wen­dung von Bio­kunst­stof­fen könn­te einen gro­ßen Bei­trag zur Redu­zie­rung der Umwelt­be­las­tung durch Kunst­stof­fe leis­ten. Her­kömm­li­che Kunst­stof­fe wer­den aus Erd­öl her­ge­stellt und sind oft nicht bio­lo­gisch abbau­bar, was zu einer lang­fris­ti­gen Ver­schmut­zung der Umwelt führt. Bio­kunst­stof­fe hin­ge­gen wer­den aus pflanz­li­chen Roh­stof­fen wie Mais­stär­ke oder Zucker­rohr her­ge­stellt und kön­nen unter bestimm­ten Bedin­gun­gen bio­lo­gisch abge­baut wer­den.

Her­kömm­li­che Umver­pa­ckung und Plas­tik­haut. Viel Plas­tik und wenig Pro­dukt.

Durch die aus­schließ­li­che Ver­wen­dung von Bio­kunst­stof­fen könn­ten wir also dazu bei­tra­gen, die Men­ge an nicht abbau­ba­rem Kunst­stoff­müll zu redu­zie­ren und die Umwelt zu ent­las­ten. Dar­über hin­aus könn­ten Bio­kunst­stof­fe auch dazu bei­tra­gen, den Ver­brauch von fos­si­len Brenn­stof­fen zu ver­rin­gern, da sie aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen her­ge­stellt wer­den.

Die gän­gigs­ten Roh­stof­fe für die Her­stel­lung von Bio­kunst­stof­fen sind pflanz­li­che Mate­ria­li­en wie Mais­stär­ke, Zucker­rohr, Kar­tof­feln oder pflanz­li­che Öle. Die­se Roh­stof­fe wer­den zunächst geern­tet und dann zu einem Aus­gangs­ma­te­ri­al ver­ar­bei­tet, das als Grund­la­ge für die Her­stel­lung von Bio­kunst­stof­fen dient.

Wie wird Biokunststoff hergestellt?

Der Pro­zess der Her­stel­lung von Bio­kunst­stof­fen umfasst im All­ge­mei­nen fol­gen­de Schrit­te:

  1. Roh­stoff­ge­win­nung: Die pflanz­li­chen Roh­stof­fe wer­den geern­tet und auf­be­rei­tet, um das Aus­gangs­ma­te­ri­al für die Bio­kunst­stoff­her­stel­lung zu erhal­ten.
  2. Poly­me­ri­sa­ti­on: Das Aus­gangs­ma­te­ri­al wird in einem che­mi­schen Pro­zess poly­me­ri­siert, um lan­ge Ket­ten von Mole­kü­len zu bil­den, die als Poly­me­re bezeich­net wer­den. Die­se Poly­me­re sind die Grund­bau­stei­ne von Kunst­stof­fen.
  3. Form­ge­bung: Die Poly­me­re wer­den dann in die gewünsch­te Form gebracht, sei es durch Spritz­guss, Extru­si­on oder ande­re Ver­fah­ren.
  4. Zusätz­li­che Behand­lun­gen: Je nach den spe­zi­fi­schen Anfor­de­run­gen des End­pro­dukts kön­nen wei­te­re Behand­lun­gen wie Fär­bung, Ver­ede­lung oder Beschich­tung erfor­der­lich sein.

Es ist wich­tig zu beach­ten, dass es ver­schie­de­ne Arten von Bio­kunst­stof­fen gibt, dar­un­ter bio­lo­gisch abbau­ba­re Kunst­stof­fe und bio­ba­sier­te Kunst­stof­fe. Bio­lo­gisch abbau­ba­re Kunst­stof­fe kön­nen unter bestimm­ten Bedin­gun­gen durch Mikro­or­ga­nis­men abge­baut wer­den, wäh­rend bio­ba­sier­te Kunst­stof­fe aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen her­ge­stellt wer­den, aber nicht unbe­dingt bio­lo­gisch abbau­bar sind.

Die Her­stel­lung von Bio­kunst­stof­fen erfor­dert sorg­fäl­ti­ge Pla­nung und Kon­trol­le, um sicher­zu­stel­len, dass sie umwelt­freund­lich und nach­hal­tig ist. Es ist wich­tig sicher­zu­stel­len, dass die ver­wen­de­ten Roh­stof­fe aus nach­hal­ti­gen Quel­len stam­men und dass der Her­stel­lungs­pro­zess selbst so res­sour­cen­scho­nend wie mög­lich ist.

Aller­dings gibt es auch Kri­tik an Bio­kunst­stof­fen, da ihre Her­stel­lung oft mit dem Anbau von Mono­kul­tu­ren ver­bun­den ist und somit nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Umwelt haben kann. Es ist daher wich­tig, dass bei der Her­stel­lung von Bio­kunst­stof­fen auf nach­hal­ti­ge Anbau­me­tho­den geach­tet wird.

Trotz die­ser Her­aus­for­de­run­gen könn­te die aus­schließ­li­che Ver­wen­dung von Bio­kunst­stof­fen ein wich­ti­ger Schritt in Rich­tung einer nach­hal­ti­ge­ren Zukunft sein. Unter­neh­men und Ver­brau­cher soll­ten daher dar­über nach­den­ken, wie sie ihren Bei­trag zur Redu­zie­rung der Umwelt­be­las­tung durch Kunst­stof­fe leis­ten kön­nen und ob die Ver­wen­dung von Bio­kunst­stof­fen eine sinn­vol­le Opti­on dar­stellt. Letzt­end­lich liegt es an uns allen, ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und nach­hal­ti­ge Alter­na­ti­ven zu för­dern.

Über Manfred 46 Artikel
Mit der Natur eins sein und die Zusammenhänge besser verstehen.

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